Hier finden Sie unseren jeweils aktuellen Lesegottesdienst

Liebe Leserinnen und Leser,

frohe und gesegnete Pfingsttage für Sie und Euch!

Heute ist der bekannte Pfingsttext aus der Apostelgeschichte der Text des Tages. Dazu nun die Lesung mit Einschüben von Jörg Zink:

Sprecher/in vor dem Altar, der Gemeinde zugewandt

Vor 2000 Jahren hat Jesus gelebt, in einem Land weit weg von uns.

Er hat eine Sprache gesprochen, die wir nicht verstehen würden.

Trotzdem kann er uns nahe sein.

Trotzdem können wir ihn verstehen.

Christinnen und Christen gibt es überall auf der Welt.

Den meisten von ihnen werden wir nie begegnen.

Die meisten von ihnen sprechen eine Sprache, die wir nicht verstehen.

Trotzdem sind wir mit ihnen allen verbunden.

Am heutigen Pfingstsonntag hören wir die Geschichte

über den Ursprung dieser christlichen Gemeinschaft.

Sie steht im 2. Kapitel der Apostelgeschichte.

Sprecher/in am Lesepult:

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander.

Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind

und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.

Sprecher/in, stehend in der Gemeinde, dem Altar zugewandt:

Der du Sturm genannt und Wind,

komm, dass wir dir gleichgesinnt

und des Sturmes Kinder sind.

Sprecher/in am Lesepult:

Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer;

und er setzte sich auf einen jeden von ihnen.

Sprecher/in, stehend in der Gemeinde, dem Altar zugewandt:

Der du Brand und Feuer heißt,

wir sind kalte Asche meist.

Sei die Glut in unserm Geist.

Sprecher/in am Lesepult:

Und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

Sprecher/in, stehend in der Gemeinde, dem Altar zugewandt:

Geist aus Gott, wir bitten dich:

Wecke uns das Ohr und sprich.

Komm und wirke öffentlich.

Sprecher/in am Lesepult:

Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.

Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt;

denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.

Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen:

„Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa?

Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache?

Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien,

Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom,

Juden und Judengenossen, Kreter und Araber:

wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden.“

Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern:

„Was will das werden?“

Andere aber hatten ihren Spott und sprachen:

„Sie sind voll von süßem Wein.“

Sprecher/in, stehend in der Gemeinde, dem Altar zugewandt:

Geist, der unsre Welt erhält,

wie oft ist der Blick verstellt,

trag’ deine Botschaft in die Welt.

Lied: EG 432, 1-3 Gott gab uns Atem damit wir leben…

Gedanken zur Apostelgeschichte 2, 1-13

In dieser biblische Pfingsterzählung kam der Heilige Geist mit einem Brausen über die Menschen und hat sich so unter ihnen ausgebreitet. Aber was und wer ist dieser Geist und wie können wir ihn erfahren, spüren, aufnehmen und weitergeben?

Zugegeben, das ist nicht so leicht in Worte zu fassen, da sind so Feste wie Weihnachten oder Ostern schon etwas leichter in Worte zu fassen.

Welchen Platz hat denn der Heilige Geist in unserer Vorstellung von Gott? Vielleicht finden wir eine erste Antwort im Glaubensbekenntnis. Da bekennen wir, dass Jesus Christus durch den Heiligen Geist empfangen wurde. Dieser Geist verfügt also über eine Wirksamkeit, eine Kraft, mit der er über Maria kommt, sie diese Kraft spürt und annimmt und so dieses Kind Jesus, den Retter, den Erlöser empfangen kann. Diese Geisteskraft,so nenne ich den Heilgen Geist mal, steht in einer Beziehung zu Gott Vater und seinem Sohn Jesus Christus. Gott ist Ursprung von allem. Er ist der Schöpfer der Welt. In Jesus Christus hat Gott menschliche Gestalt angenommen. Und im und durch den Heiligen Geist zeigt sich das Handeln Gottes in der Welt. Durch oder im Heiligen Geist wird Gott für uns erkennbar und zugänglich. Man könnte schlicht sagen, dass er die zwischen Vater und Sohn bestehende Liebe ist und so die Liebe zwischen Gott und uns Menschen genau so wirksam und erfahrbar werden kann.

Deutlich wird das in jedem Gottesdienst, in dem wir sprechen: im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes! Das Bekenntnis zum dreieinigen Gott und das Kreuzzeichen dazu. Dieses Kreuzzeichen, mit dem auch am Ende des Gottesdienstes der Gemeinde der Segen Gottes zugesprochen und jeder und jedem Gootes Liebe im wahrsten Sinne des Wortes auf den Leib geschrieben wird. Unser Gott ist kein unnahbarer Gott, er will sich von uns ergreifen lassen. Alles was ich mitbringen muss, ist die Offenheit für seine Liebe, so wie Maria die Geistesgegenwart spüren und ‚Ja‘ sagen zur Botschaft des Engels. Wenn ich will, kann ich mich von diesem Heiligen Geist, der Liebe Gottes ergreifen lassen.

Am Ende noch ein anderes Beispiel: Viele von uns kennen den 23. Psalm: „Der Herr ist mein Hirte…“ 100 Mal gelesen, ohne dass er einen berührt. Eine Ansammlung von Buchstaben. Aber beim 101. Mal Lesen, begreift man plötzlich: Ich bin da gemeint. Ja ich! Das ist dann ein Moment von Geistesgegenwart. Der Heilge Geist, die Liebe Gottes ergreift und verwandelt mich. Aber diese dolmetschende Funktion des Geistes lässt sich nicht organisieren. Er weht, wo er will und kann nur erbeten werden. So wie damals beim ersten Pfingtfest. Er begeistert, schafft Gemeinschaft und belebt, wie der Hauch des Atems, kraftvoll wie der Sturm, verzehrend wie das Feuer, und er zeigt sich in Momenten des Lesens oder des Hörens.

In diesem Sinne ein gesegnetes Pfingstfest im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Lied: EG 136, 1-+2+7 O komm du Geist der Wahrheit

Fürbittengebet:

Komm, Heiliger Geist, und schaffe alles neu!
Wir sind in Unruhe.
Komm mit deiner Weisheit.
Viele sind verunsichert.
Komm mit deiner Klarheit.
Die Mächtigen sind uneins.
Komm mit deinem Rat.
Die Kranken sehnen sich nach Heil.
Komm mit deiner Stärke.
Die Wissenschaftler und Forscherinnen mühen sich.
Komm und schenke ihnen Erkenntnis.
Die Traurigen verlieren den Mut.
Komm mit deinem Trost.
Deine Gemeinde sehnt sich danach,
zu singen und gemeinsam aufzuatmen.
Komm und berühre deine Menschen.
Brich mit uns zusammen auf.
Geht mit uns hinaus ins Weite
und heile uns.
Komm, wir warten!
Komm, Heiliger Geist, und schaffe alles neu!
Gemeinsam bitten wir: Vaterunser…

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich;
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Amen

Vielleicht sehen wir uns am 07.06.2020 um 11.00 Uhr in unserer Heidenauer Kirche zu einem Live Gottesdienst wieder. Wir vom Kirchenvorstand haben alles nach bestem Wissen und Gewissen vorbereitet, damit wir Sie – zumindest auf Abstand – wiedersehen und mit Ihnen Gottesdienst feiern können.

Bleiben Sie gesund und behütet!

Ihre Maria Magdalena Kirchengemeinde Heidenau

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